Mixdorf-Blätz und die Folgen des 30jährigen Krieges (1600-1648)

Mit Blick auf das Auftauchen der Familie nach nach der Reformation und dem 30jährigen Krieg, kann man die Knackmussens als ökonomische und soziale Gewinner dieser Epoche bezeichnen. An vielen Stellen hat der Krieg wüste Ortschaften hinterlassen, die nun wieder neu besiedelt und belebt werden. Der Familienzweig, den der Müller und Zimmermann Jürgen Knockenmus (später Knackmuß) aus Uchtdorf begründet, wird 1676 auf der Mühle des Guts Detzel bei Satuelle sichtbar. Er heiratet 1673 Anna Borns aus Colbitz (ebenfalls eine Müllerfamilie, in Colbitz das älteste Müllergeschlecht) und bewirtschaftet die Mühle in Detzel bis ca. 1684, bevor er sie an seinen Sohn Carl Friedrich übergibt. Jürgen Knockenmus geht 1887 nach Wenddorf und kehrt damit zurück in die Nähe seines Heimatortes Uchtdorf. Die sieben Kinder des Paares werden sich fast alle wieder in der Ursprungsregion versammeln. Wichtige Orte in der Familienmigration werden Blätz und Mixdorf werden. Carl Friedrich, der neue Müller auf Detzel, heiratet in erster Ehe Lucia Theuerkauf aus Blätz - Mixdorf (oder Mixdorf/Blätz, wie in den Kirchenbüchern zu lesen ist). Die Familie Theuerkauf bringt uns auf die Spur, warum die Siedlung in der Blätzer-Region für unsere Knackmussens wahrscheinlich sozio-ökonomisch Sinn gemacht hat. [Übrigens taucht der Name Theuerkauf in den Knackmuss´schen Heiratskreisen immer wieder auf.]

Zwölf Bauernhöfe in Erbpacht und die Familie Theuerkauf

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Blätz neu besiedelt.[4] Erwähnt wird 1653 auf der Hofstelle Nr. 1 als „Schafmeister zu Mixdorf“[5] ein Joachim Theuerkauf, dem sein Sohn Heinrich Theuerkauf ebenfalls als Schafmeister 1675 folgte. Die Schäferei Mixdorf bestand bis um 1700 [6]; der Hof Nr. 1 „Theuerkauf“ blieb bis nach 1900 im Besitz der Familie.[7]

Der Hof Nr. 2 war von 1748 bis kurz vor 1900 im Besitz der Familie Knost (Knust, Knoss, Knoß), der Hof Nr. 3 gehörte um 1700 bis 1861 den Schulenburgs und wurde dann an Knost verkauft. In Hof Nr. 4 wurde 1748 Johann Peter Becht angesiedelt; dort wohnte seit 1782 bis nach 1860 ein Theuerkauf, dann zogen die Familien Zimmermann und Oelze ein. Für den Hof Nr. 5 sind als Besitzer die Familie Paasche bis vor 1900 eingetragen, dann ging der Hof ebenfalls an einen Theuerkauf. Der Hof Nr. 6 war im Besitz der Familie Synder (Sünder[8]), die z. B. 1782 in die Familie Theuerkauf einheiratet. Schulenburg und später Sünder gehörte die Hofstelle Nr. 7, die Hofstelle Nr. 8 seit 1701 der Familie Zimmermann, welche ebenfalls mehrfach in die Familie Theuerkauf einheiratete. Hofstelle Nr. 9 ging von der Familie Willmer (dort seit 1701) vor 1900 an Schulenburg; Hofstelle Nr. 10 ging von Theuerkauf im 19. Jahrhundert an Sünder. Hofstelle Nr. 11 gehörte 1748 Sünder und um 1770 bis vor 1900 Paasche. Schließlich war die Hofstelle Nr. 12 zuerst im Besitz der Familie Traber (auch: Treebert) und ging um 1802 bis vor 1900 wiederum an die Theuerkaufs. So waren die zwölf Höfe über Jahrhunderte in der Erbpacht[9] der wenigen alteingesessenen Familien geblieben.

Die wahrscheinlich aus dem Mittelalter stammende Buschmühle war lange Zeit im Besitz der Familie Bierig (Buerig, Bürig).[10] - Die Theuerkaufs schreiben sich auch „Thürkauff“ und niederdeutsch „Dührkop“[11]; da sie in Blätz auf dem Hügel leben, werden sie auch „Bergdürkop“ genannt.[12] Die Familie ist noch heute in Sachsen-Anhalt, auch in Magdeburg, u. ö. verbreitet.[13] [14]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%A4tz

Schäfer oder Schafmeister (opilio = Schafhirte) waren eng in die ständische Gesellschaft eingebunden. Sie waren zwar keine hörigen Bauern, aber doch immer von ihrer jeweiligen Dienstherrschaft abhängig. Die dörfliche Gemeinschaft beschäftigte jeweils einen Gemeindeschafmeister, auch Bauernschafmeister genannt, welcher die Schafe der einzelnen Bauern hütete, während der Amtsschafmeister für die Herden des Grundherren zuständig war. Ihre eigenen Schafe ließen die Schäfer"mitlaufen". Nicht selten kamen sie zu beträchtlichem Wohlstand. Sie genossen eine gewisse Freizügigkeit, konnten sich also ihre Dienstherrschaft wählen. Oft zogen sie herum. Erst nach den Bauernbefreiungen und der Einführung der Gewerbefreiheit können wir von selbständigen Schäfern sprechen.

http://www.ahnenforschung-unger.de/grundlagen/1-0-0-1-1.html

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