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  • Michael E.W. Ney

Literatur-Quartett zum digitalen Wandel – Das sollten Sie gelesen haben

Neue Bildung, neue Arbeit, neue Führung – die Palette der Sachbücher zum digitalen Wandel ist breit. Hier im Blog finden Sie wieder einen kleinen Einblick in meine ganz persönliche Favoritenliste.

Leseempfehlungen zum digitalen Wandel Der digitale Wandel ist überall – und damit einhergehend Themen, die auf den ersten Blick gar nicht nach Digitalisierung aussehen. Was haben etwa Bildung, Führung und Arbeit mit der digitalen Transformation zu tun? Um der Antwort auf diese Frage ein Stück weit näherzukommen, empfehle ich die folgenden vier Bücher, die auch meine Arbeit in den Kompetenzzentren „Wandel.Wohlfahrt.Digitalisierung.“ prägt.

Axel Krommer, Martin Lindner, Jöran Muuß-Merholz et. al.: Routenplaner #Digitale Bildung – Auf dem Weg zu zeitgemäßem Lernen. Eine Orientierungshilfe im digitalen Wandel. Wer sich mit einem Schlag rund um die Zukunft der Bildung auf den aktuellen Stand bringen möchte, ist in diesem Buch genau richtig. Der aktuelle Stand der #Digitalen Bildung und Begrifflichkeiten werden genauso in den Blick genommen, wie wirtschaftliche und gesellschaftliche Debatten und die Frage nach der Konzeption. Der Tenor des Autoren- und Autorinnenteams ist dabei: „Wir können nicht weiter machen wie bisher.“ und „Digitaler Wandel ist für die Bildung nicht einfach ein neues Tool für bereits vorhandene pädagogische Ansätze.“ Mit dem Einzug der #Digitalen Bildung vollzieht sich auch ein Paradigmenwechsel. Der Prozess lebenslangen Lernens wird zum emanzipatorischen Aneignungsprozess und braucht mehr die Vermittlung einer Lernkompetenz, denn einer Wissensvermittlung. Fazit: Für alle, die ernst machen wollen mit #Digitaler Bildung, ist das Buch ein Muss, weil es den Diskurs und die notwendigen Handlungsempfehlungen für den Wandel enthält.

Benedikt Herles: Zukunftsblind – Wie wir die Kontrolle über den Fortschritt verlieren Was hat die kambrische Explosion (vor ca. 500 Millionen Jahren) mit dem gesellschaftlichen und sozialen Wandel durch millionenschwere Technologie zu tun? Benjamin Herles behauptet einiges und stellt die These auf, dass der Anstieg der Artenvielfalt im Kambrium die vergleichbare Größe zum Wachstum der digitalen Technologien ist. Herles leitet daraus ab, dass die Möglichkeiten der digitalen Technologie schier unendlich seien und dass eine Herrschaft der Algorithmen in greifbare Nähe rückt bzw. zum Teil, schleichend in unserem Alltag, längst vorhanden ist. Herles‘ (Jahrgang 1984) Buch ist ein Appell an seine und alle anderen Generationen, nicht zukunftsblind zu sein, sondern den technologischen Fortschritt, die digitale Revolution bewusst zu gestalten. Dazu gehört auch zu entscheiden, welche Aufgaben wir den Algorithmen überlassen und wo wir uns die Menschlichkeit bewahren wollen. Eine Frage, die auch in der Wohlfahrt existenziell ist, weil sie letztlich die Frage ihrer Daseinsberechtigung mitstellt. Wohlfahrt ist eben nicht nur Dienstleistung, die bei Möglichkeit auch technisch abgewickelt werden kann, sie ist Fürsorge für den Menschen und die kann nicht durch Algorithmen abgedeckt werden.

Frithjof Bergmann: Neue Arbeit, Neue Kultur An einem ähnlichen Punkt, wie das vorherige Buch, hakt Frithjof Bergmann mit der Frage ein “Wie kann die Arbeit der Zukunft aussehen?“ Der Unterschied zu Herles mag sein, dass Bergmann diese Frage bereits seit den 70ern stellt und damit längst den Begriff der „New Work“ geprägt hat. Damit ist diese Leseempfehlung wohl die für einen Klassiker, der aber an der Brisanz seiner Gedanken nichts verloren hat. Im vorliegenden Buch (2004) greift Bergmann die Frage „Wie wollen wir leben?“, die er schon 1939 in einem Aufsatz gestellt hat, wieder auf und ergänzt sie um eine zweite Frage: „Wie wollen wir arbeiten?“ Mit ihr lädt der Autor uns als Leserinnen und Leser ein, unsere tatsächlichen Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten. Gleichzeitig kritisiert er den Gebrauch oder sogar Missbrauch des „New Work“-Begriffs, wo dieser nicht tatsächlich den Wandel der Arbeit in den Blick nimmt, sondern nur, mittels des Köders einer vermeintlichen Freiheit, Raum für mehr Selbstoptimierung und höhere Leistung schafft.

Hinnerk Polenski: Die Linie im Chaos – Zen, Ethik, Leadership – Ein Leitfaden für Verantwortungsträger Das Thema Wandel zieht sich durch – das gilt natürlich auch für die Führung. Das Schlagwort „New Leadership“ gehört zwingend zum digitalen Wandel und ist gleichzeitig eine unabdingbare Voraussetzung dafür. Wenn sich Arbeit verändert, wenn sie kollaborativer und räumlich und zeitlich unabhängig wird, wenn alte Kontrollmuster nicht mehr greifen und Arbeit statt hierarchiebasiert

verteilt wird, muss Führung neu gedacht werden. Führungskräfte brauchen Raum und Impulse, solche neuen Wege zu entdecken. Hinnerk Polenz, Zen-Meister und Führungskräftetrainer, will diesem Raum eine Form geben und setzt mit seinem Buch „Die Linie im Chaos“ Impulse für Führungskräfte und solche, die es werden wollen oder sollen, sich mit der eigenen Haltung, Fragen der Ethik und dem Wirken des eigenen Handelns auseinanderzusetzen. Dass Polenz das vor der Folie des Zen tut, verleiht dem Buch eine interkulturelle Konnotation, die den Raum um Perspektiven erweitert, die es außerhalb des europäischen Raumes gibt – religiös oder gar esoterisch wird es dadurch nicht. Es tut dem Buch darüber hinaus gut, dass es zum Abschluss elf Führungskräften – darunter der Personalchefin von IKEA Deutschland, dem Chefredakteur von RTL2 und einer Chefärztin – die Möglichkeit gibt, von ihren konkreten Praxiserfahrungen zu sprechen.

Der Blogbeitrag wurde zuerst am 12.11.2019 auf https://drk-wohlfahrt.de/blog/eintrag/literatur-quartett-zum-digitalen-wandel-das-sollten-sie-gelesen-haben/ veröffentlicht.
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© 2017 by Michael Ney

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